Was ist Fructose und Fructoseintoleranz?

Was ist Fructoseintoleranz? Wie entsteht sie? Was kannst Du dagegen tun? Dies und viele weitere Fragen gehen Dir anfangs sicherlich auch als Allererstes durch den Kopf. Was steckt nun hinter all den Begrifflichkeiten?

Fructoseintoleranz ist Unverträglichkeit gegen Fructose.

Was ist Fructose?

Wie der Name schon vermuten lässt, ist Fructose ein Zuckerstoff. Eine andere Bezeichnung dafür ist Fruchtzucker. Dieser kommt in der Natur vor allem in Früchten und Gemüse vor. Ebenfalls befindet er sich aber auch in fast allen anderen Lebensmitteln. Warum denn das, fragst Du Dich eventuell. Dazu ein kleiner Schlenker in die Zuckerarten:

Übersicht der Zuckerarten

Übersicht der Zuckerarten

Bei der Fructose handelt es sich, wie Du der Grafik entnehmen kannst, um einen Einfachzucker. Das bedeutet, er besteht aus nur einem Zuckermolekül. Ein Merkmal davon ist die besonders schnelle Aufnahme und Verarbeitung vom Körper. Es existiert keine lange Kette, die erst noch aufgespalten werden muss. Vom Körper wird der Einfachzucker gern gesehen, da er schneller aufgenommen und in Energie umgewandelt werden kann. Unser Gehirn reagiert daraufhin mit guten Gefühlen, so genannten Serotoninschüben. Diese werden auch als Glücksgefühl wahrgenommen.

Idealerweise sollten wir die meiste Menge Fructose, die wir vertragen über Obst und Gemüse aufnehmen. Weniger über konventionell gesüßte Nahrungsmittel und Süßigkeiten. Denn diese enthalten deutlich mehr Fructose.

Fructose als Zusatz in Süßigkeiten

In der Industrie wird Fructose aufgrund seiner hohen Süßkraft oft Süßwaren, Getränken und Fertiggerichten beigemischt, um sie schmackhafter zu machen. Besonders verlockend für die Lebensmittelhersteller, da diese Zutat bis zu 65% kostengünstiger ist als Saccharose (Haushaltszucker). Mittlerweile wird Fructose Produkten zugesetzt, die eigentlich keinen Zucker benötigen würden. Aber je süßer ein Produkt ist, desto besser schmeckt es vermeintlich und wird wieder gekauft.

Es gibt jedoch gute Gründe auf Produkte mit Fructose-Zusatz zu verzichten: Industriell hergestellte Fructose wird im Körper schneller in Fett umgewandelt als Glucose (Traubenzucker). Hinzu kommt, dass die Fructose die Entwicklung des Sättigungsgefühls hemmt. Beides führt unvermeidlich zu schnellerem Dickwerden.

Zucker benötigen wir als Energielieferant, Glucose dient als Energieträger und wird über den Darm ins Blut transportiert.

Zucker

Was bedeutet denn nun Fructoseintoleranz?

Hinter diesem Wort steckt so manches dahinter. Es gibt zwei verschiedene Formen, die so genannte hereditäre und die intestinale Fructoseintoleranz. Bitte was genau? Auf dieser Seite geht es um die häufiger vorkommende intestinale Form der Fructoseintoleranz. Kurz und knapp gesagt, heißt es, dass die Fructose vom Körper nicht richtig aufgenommen werden kann.

Dadurch kommt es unter anderem zu Verdauungsstörungen, die auf Dauer nicht ignoriert werden können. Diese Unverträglichkeit haben die Meisten irgendwann im Laufe ihres Lebens bekommen.

Im Unterschied dazu ist bei manchen Menschen die Fructoseunverträglichkeit bereits angeboren. Das nennt sich hereditäre Fructoseintoleranz. Diese Personen dürfen gar keine Fructose zu sich nehmen und müssen im wahrsten Sinne des Wortes eine fructosefreie Diät halten.

Was passiert da nun genau, wenn jemand Fructose nicht verträgt?

Kurzer Reißaus in die Biologiestunde

Wir nehmen unsere Nahrung über den Mund auf. Mit dem Kauen beginnt dort bereits der erste Teil der Verdauung. Die Hauptarbeit übernimmt jedoch der Dünndarm. Dort werden die Nährstoffe durch die Darmwand ins Blut transportiert. Dazu nimmt er sich das Transportsystem GLUT-5 zur Hilfe. Dies ist ein Transportprotein, welches in der Dünndarmschleimhaut sitzt. Es schleust den Fruchtzucker aus dem Nahrungsbrei in den Organismus. An für sich so auch die Fructose.

Was passiert bei Fructoseintoleranz?

Was passiert bei Fructoseintoleranz?

Was läuft da nun schief?

Bei einer Fructoseintoleranz ist dieses Transportsystem nur eingeschränkt aktiv oder fällt ganz aus. Daher kann das GLUT-5-Protein im Dünndarm die Fructose aus der Nahrung nur begrenzt weiterschleusen.

Bei Menschen mit Fructoseunverträglichkeit landet die Fructose so nun im Dickdarm. Da der Dickdarm aber darauf nicht ausgelegt ist, löst sie dort Probleme aus. Die dort ansässigen Bakterien verarbeiten die Fructose unter anderem zu Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan.

Diese Gase bilden zusätzliches Volumen im Darmtrakt, welches zu unangenehmem Druckgefühl führt. Es entstehen Blähungen, teilweise starke Bauchschmerzen und es treten wechselnde Stuhlkonsistenzen auf. So wird Durchfall und Verstopfung zu einer unangenehmen Begleiterscheinung.

Diese Form der Fructoseunverträglichkeit tritt bei manchen Menschen nur vorübergehend auf. Bei anderen bleibt sie lebenslang bestehen. Schätzungen zufolge leidet jeder dritte Westeuropäer nach dem Verzehr von Fruchtzucker teilweise an Verdauungsstörungen.

Wo ist Fructose drin enthalten?

Fructose ist eben nicht nur in Früchten und Gemüse enthalten sondern wird in der modernen Lebensmittelindustrie zahlreichen Nahrungsmitteln zugesetzt. Fructose wird zum Beispiel für Joghurt, Müsli, Marmelade, Light-Produkte, Wellnessdrinks oder Kinderlebensmittel eingesetzt. Geworben wird dann mit „gesunder Zuckerersatz“. Klingt ja besser als mit Zucker gesüßt.

Müsli ist oft mit Fructose gesüßt

Müsli ist oft mit Fructose gesüßt

Ursachen von Fructoseintoleranz

Bisher sind die Ursachen noch nicht hinlänglich bewiesen. Aber es wird diskutiert, dass die Entstehung einer Fructoseintoleranz durch Stressoren ausgelöst wird. Das wären beispielsweise die Einnahme von Antibiotika oder Hormonschwankungen.

Antibiotika können die Darmschleimhaut und somit das Transportsystem GLUT-5 beeinträchtigen. Oder aber sie zerstören die Darmflora, so dass die Fructose nicht mehr ohne Beschwerden abgebaut werden kann. Auslöser kann aber auch ein anderes Medikament sein, deren Nebenwirkungen das Verdauungssystem angreifen. Dies kann nach einer langen Medikamenteneinnahme erfolgen.

Ebenso kann eine Infektion mit dem Pilz Candida albicans die Entwicklung von Intoleranzen fördern. Diese Pilze schädigen die Darmschleimhaut und lösen ein Ungleichgewicht der Darmflora aus. Es kann aber auch sein, dass sich die Fructoseintoleranz schleichend ohne besondere Ursache bildet. Bei Kindern kommt es teilweise zu einer vorübergehenden Fructoseunverträglichkeit, wenn begonnen wird, Früchte oder Fruchtsaft vermehrt zu verzehren.

Weitere Ursachen der Entstehung einer Fructoseintoleranz können chronische Belastungen sein. Schäden an der Darmschleimhaut können beispielsweise eine ungünstige Ernährungsweise über Jahre hinweg oder permanente Stresszeiten verursachen.

Beschwerden

Die Beschwerden die durch die Fructoseunverträglichkeit hervorgerufen werden, beziehen den gesamten Bauchraum mit ein.

  • Bauchschmerzen, die teils zu Bauchkrämpfen werden
  • Blähungen
  • damit verbunden hörbare Darmgeräusche
  • Stuhl mit wechselnder Konsistenz
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Sodbrennen
  • Appetitlosigkeit
  • teilweise Heißhunger

Ebenfalls kommen weitere so genannte sekundäre Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, erhöhte Infektionsanfälligkeit bis hin zu der Entstehung von Depressionen. Zudem kann ein Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Zink und Folsäure entstehen.

Maßnahmen

Treffen diese Symptome auf Dich zu?

Bevor Du mit einer Ernährungsumstellung beginnst und Fructosehaltiges von Deinem Speiseplan streichst, rate ich Dir dies abklären zu lassen, damit Du eine handfeste Diagnose erhältst. Dabei ist die sicherste Methode der H2-Atemtest. Was Dich dabei erwartet beschreibe ich Dir in dem Kurzartikel zum H2-Atemtest.

Entdecke dann, wie Du Deine Ernährungs- und Lebensweise umstellen kannst. Ideen und Inspiration dazu findest Du auf dem FabeNu-Wohlfühl-Blog.

Möchtest Du mit Fructoseintoleranz aktiv Deine Lebensqualität wieder erlangen? Weg von Bauchschmerzen und Darmbeschwerden zu mehr Wohlbefinden? Als zertifizierte Fachberaterin für Gesundheit biete ich Dir die maßgeschneiderte Lösung für ein glückliches Leben mit Fructoseunverträglichkeit. Interessiert? Dann sei dabei.