Laktoseintoleranz – Milchprodukte werden nicht vertragen

Was heißt denn nun genau Laktoseintoleranz? Was passiert dabei im Körper? Wie kommt es dazu? Worin befindet sich Milchzucker überall? Am Anfang stehen viele unbeantwortete Fragen.

Was ist Laktose?

Laktose=Milchzucker. Laktose kommt natürlicherweise in der Milch vor und befindet sich somit auch in Milchprodukten und daraus hergestellten Lebensmitteln. Darüber hinaus wird Milchzucker aus lebensmitteltechnologischen Gründen auch als Weichmacher, Bindemittel und Trägersubstanz eingesetzt. Er wird also zur Herstellung von Backwaren, Wurst, für Soßen, Fertiggerichte, Tiefkühlware und vieler weiteren Lebensmittel verwendet.

Milchprodukte

Wieso Laktose zu Beschwerden führt

Wird ein laktosehaltiges Lebensmittel verzehrt wird damit Milchzucker aufgenommen. Der Milchzucker besteht aus den beiden Einfachzuckern Glukose und Galactose. Damit der Körper diese Zucker verwerten kann, wird der Milchzucker im Dünndarm mit Hilfe des Enzyms Lactase gespalten. Über die Darmschleimhaut wird er dann ins Blut geschleust.

Menschen mit Laktoseintoleranz können den Milchzucker nur in geringen Mengen oder garnicht verstoffwechseln, weil ihnen das Enzym Laktase fehlt oder es nur noch in geringen Mengen vorkommt. Durch den Laktase-Mangel gelangt die unverdaute Laktose vom Dünndarm in die unteren Darmabschnitte. Dort wird sie von Bakterien abgebaut und führt in der Regel zu unangenehmen Beschwerden.

Warum wir Europäer Mutanten sind

Eigentlich ist Laktoseintoleranz ein natürlicher Zustand. Warum? Milch ist von Natur aus reine Säuglingsnahrung. Normalerweise wird das Enzym Lactase bis zum 3. Lebensjahr im menschlichen Körper gebildet. So lange, wie ein Kind gestillt werden könnte. Danach nimmt die Laktase-Bildung kontinuierlich ab, so dass viele im Erwachsenenalter oft über keine oder nur noch wenig Laktase verfügen.

Doch wir hier in Europa haben uns im Laufe der Jahrzehnte angepasst. Milchprodukte wurden zu einem Grundnahrungsmittel. Andere Kontinente wie Asien und Afrika haben charakteristisch milcharme Essgewohnheiten. Laktoseintoleranz ist dort Normalzustand. Meist bleibt eine gewisse Lactaseaktivität erhalten und sie lässt sich durch den Verzehr von laktosehaltigen Produkten anregen.

Wie kommt es nun im Laufe des Lebens zu einer Laktose-Unverträglichkeit?

Die Ursachen sind noch nicht hinlänglich geklärt. Aber es gibt verschiedene Ansätze, die als mögliche Auslöser gelten. Zum einen durch die Einnahme von Antibiotika oder anderen Medikamenten, die die Dünndarmschleimhaut schädigen.

Eine andere Ursache könnte auch eine Infektion mit dem Candida-Pilz sein. Der Hefepilz schädigt die natürliche Darmflora.

Durch die Reizung der Darmschleimhaut werden die nützlichen Darmbakterien zurückgedrängt. Schädliche Bakterien nehmen ihre Plätze ein und geben Bakteriengifte ab. So kann es langfristig zu einer Veränderung der Darmschleimhaut kommen. Eine geschädigte Darmschleimhaut wird durchlässiger und unverdaute Partikel oder Allergene können in die Blutbahn geraten, so dass diese unter anderem zu Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten führen können.

Wenn die Darmflora geschädigt wird, kann auch das Enzym Laktase zerstört werden. Dieses ist für die Aufspaltung des Milchzuckers in die Bestandteile Galaktose und Glukose verantwortlich. Passiert dies nicht, gelangen die Laktosemoleküle tiefer in den Darm, wo sie von Bakterien verdaut werden, die zu vielfältigen Beschwerden führen.

Typische Symptome die bei einer Laktose-Unverträglichkeit auftauchen:

  • Bauchschmerzen
  • Bauchgeräusche
  • aufgedunsener Bauch durch Gasansammlungen
  • breiiger Stuhl
  • Übelkeit nach dem Essen
  • Luftaufstoßen

Hinzu kommen oft unspezifische Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Hautprobleme, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Mangelerscheinungen die entstehen können. Da jeder von uns ein Individuum ist, äußern sich die Symptome unterschiedlich. Dies ist abhängig davon, ob das Laktose spaltende Enzym vollständig oder lediglich zu einem Teil fehlt.

Darüber hinaus ist der Lebensstil und ja, das tägliche Befinden ausschlaggebend. Tage voller Termine, Verpflichtungen und Unruhe beeinflussen die Verdauung stärker als entspannte Sonntage mit viel Zeit.

In welchen Lebensmitteln Laktose enthalten ist:

  • Milch und daraus hergestellte Produkte. Tipp: Sahne und Butter enthalten jedoch nur Spuren von Laktose und werden meistens gut vertragen
  • Nicht nur Kuhmilch, auch Schaf- und Ziegenmilch und daraus hergestellte Produkte
  • Käse. Da gilt die Regel: Je länger er gereift ist, desto weniger Laktose enthält er, sprich Hartkäse wird oft gut vertragen
Je länger der Käse gereift, desto weniger Laktose

Je länger der Käse gereift, desto weniger Laktose

Darüber hinaus ist Obacht bei verarbeiteten Lebensmitteln geboten, da diese Lactose enthalten können.

Hast Du eine Laktoseintoleranz? Finde Anregungen, wie Du Deine Ernährungs- und Lebensweise umstellen kannst. Ideen und Inspiration dazu findest Du auf dem FabeNu-Wohlfühl-Blog.

Möchtest Du mit Laktoseintoleranz aktiv Dein Wohlbefinden steigern? Bauchschmerzen und Darmbeschwerden tauschen mit Dich frei und fit zu fühlen? Als zertifizierte Fachberaterin für Gesundheit biete ich Dir die maßgeschneiderte Lösung für ein glückliches Leben mit Laktoseunverträglichkeit. Interessiert? Gerne unterstütze ich Dich.